| Das
Myrrhen-Harz bildete zusammen mit dem Weihrauch ein Paar des göttlichen
Wohlgeruchs. Weihrauch symbolisierte den männlichen, die Myrrhe
den weiblichen Teil. Weihrauch war dem Geist und dem Himmel zugeordnet,
Myrrhe dem Körper und der Erde. Myrrhe so hieß es, ist
der Duft der Sinnlichkeit der Erde. Die
Myrrhefrau wächst dort, wo auch ihr Partner, der Weihrauchmann,
gedeiht und stammt zum größten Teil aus Somalia und um
das Rote Meer. Sie liebt karge, trockene Standorte auf felsigen
Hügeln in mittleren Höhenlagen. Sie wächst als Baum
oder Strauch und kann bis zu zehn Meter hoch werden. Wie der Weihrauchbaum
wächst sie in zusammengezogener, gedrungener Gestalt. Ihr Stammesdurchmesser
beträgt maximal 30 Zentimeter.
Das Harz der Myrrhe ist dunkelbraun bis karneolfarben
und meist nicht transparent. Myrrhe beinhaltet in konzentrierter
Form die Energie der Erde. Deshalb wirkt Myrrhen-Harz erdend, beruhigend,
verlangsamend, zusammenziehend und verdichtend. Eine Myrrheräucherung
eignet sich hervorragend, um uns Erdenfestigkeit zu verleihen, um
uns wieder auf die Beine zu stellen und unseren verwirrten oder
angestrengten Geist zu beruhigen. Myrrhe sollte jedoch nicht bei
Depressionen verwendet werden, denn sie kann sonst traurig stimmen.
Myrrhe, Duft der Mutter Erde, galt in verschiedenen
antiken Kulturen als Symbol für den Schoß der Erde und
die weibliche Sinnlichkeit. Für sinnliche Räucherungen
wird Myrrhe mit anderen Räucherwaren wie Sandelholz, Labdanum,
Benzoe, Cassia und Aloeholz gemischt. Myrrhe, so glaubte man, kann
in das Mysterium der weiblichen Gottheiten einweihen und die Menschen
mit diesen Kräften verbinden. Sie ist das Harz der alten Göttinnen.
Myrrhe wirkt wundheilend, gewebestärkend
und narbenbildend. Deshalb war Myrrhe ein gebräuchliches Wundheilmittel.
Die Myrrhetinktur kann das Zahnfleisch stärken, Parodontose
vorbeugen und den gesamten Mundraum desinfizieren. Myrrhenzubereitungen
sind ein wirksames Mittel, um unreine Haut zu reinigen. Die im Rauch
enthaltenen Duftstoffe können bei Bronchitis zur Heilung beitragen.
Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen von Myrrhen-Harz kommen
zu dem Ergebnis, dass es einen tumorhemmenden Effekt auf den menschlichen
Körper hat. Die heilige Hildegard von Bingen beschreibt die
Myrrhe als eine fiebersenkende Medizin. Erst in den letzten Jahren
ist die Myrrhe als sehr wirksames Mittel zur Behandlung von Pilzbefall,
besonders Hefepilzen (Candida) im Verdauungstrakt und in der Mundhöhe
erkannt worden. Eine Kur mit Myrrhe kann die Pilze abtöten,
ohne die natürlichen Darmbakterien zu zerstören.
Duftbotschaft:
Der emotionale Boden wird für
die geistige Saat bereitet und die Seele genährt.
„Fruchtbarkeit und Reinheit“ |